Chemikalien dürfen nicht länger die Luft verpesten

Die PCB-Belastung gefährdet möglicherweise nicht nur an der Zollberg-Realschule, sondern auch an anderen Schulen und in Kindergärten die Gesundheit von Schülern und Lehrern. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jörn Lignau und CDU-Stadtverbandschef Tim Hauser verlangen deshalb einen Notfallplan. Sie werfen der Rathausspitze mangelhafte Informationspolitik vor: „Es kann nicht sein, dass Chemikalien die Luft in den Klassenzimmer verpesten und die Stadtverwaltung schaut tatenlos zu.“
Der Schulentwicklungsplan, zu dem auch Gebäudesanierungen gehören, stehe seit Jahren auf der Agenda. „Mögliche Belastungen hätten nicht übersehen werden dürfen“, äußern Lignau und sein Stellvertreter Errol Jaffke, Sprecher im Ausschuss für Bildung, Erziehung und Soziales, ihr Unverständnis. Es sei in keiner Weise nachvollziehbar, dass der Gemeinderat bei einem derart sensiblen Thema so lange hingehalten wurde, obwohl die Problematik offenbar schon länger bekannt gewesen sei. Die Fraktion erwarte eine vollständige Aufklärung und rasches Handeln: „Das darf nicht an finanziellen Notwendigkeiten scheitern.“
Bis jetzt wisse niemand, wie es an der Zollberg Realschule weitergehe, kritisieren Hauser und seine Stellvertreterin Aglaia Handler, ehemalige Gesamtelternbeiratsvorsitzende. Die Lösung des Problems könne nicht noch länger heißen, dass an der Zollberg Realschule in manchen Räumen alle 20 Minuten gelüftet werden müsse. Das sei Schülern und Lehrern nicht zumutbar. Direkt nach den Ferien begännen außerdem die Realschulprüfungen. Die Grenzwerte bezögen sich auf einen Aufenthalt rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr. Bei kürzeren Aufenthalten wie in einer Schule seien die Werte entsprechend umzurechnen. „Das ist keine Bagatelle und der Schutz von Schülern und Lehrern hat Vorrang“, sagte Hauser. Wichtig sei jetzt die sofortige angemessene Reaktion mit einer schnellen Beseitigung der Gefahrenquellen. Die sei eine Frage der Glaubwürdigkeit auch den verunsicherten Eltern gegenüber.

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