CDU will mehr Sicherheit am ZOB und im Parkhaus am Busbahnhof

„Fast 400 mal war die Polizei im Umfeld des Esslinger Bahnhofs innerhalb eines Jahres im Einsatz, da kann man mit Fug und Recht von einem Brennpunkt sprechen“, stellt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Stadtrat Tim Hauser fest. In mehr als der Hälfte der Fälle mussten die Polizisten ausrücken, um volltrunkene Personen zur Raison zu bringen oder Streitigkeiten zu schlichten. Er befürchtet, dass die jetzt vom Gemeinderat beschlossene Ausweitung des bestehenden Alkoholverbots nicht ausreicht, um die Situation zu entschärfen. Hier gehe es nicht nur darum, „ein paar Bierchen zu trinken, sondern es geht teilweise um handfeste Auseinandersetzungen“, sagt Hauser, der selbst schon Zeuge einer solchen Auseinandersetzung war.

Er werde regelmäßig von älteren und jüngeren Menschen auf die Lage rund um den Esslinger Bahnhof angesprochen, berichtet der CDU-Vorsitzende, die Leute fühlten sich hier unwohl. Dies gelte im Übrigen ebenso für das Parkhaus am Busbahnhof. Er schlägt deshalb vor, die Stadt solle weitere Maßnahmen ergreifen: „Wir brauchen noch mehr Kontrollen, eine verbesserte Videoüberwachung und eine stärkere Ausleuchtung, auch hinter dem Bahnhofsgebäude.“ Die Polizei leiste schon hervorragende Arbeit, findet Hauser, diese müsse aber noch besser unterstützt werden, auch ein aktives kriminalpräventives Gremium könne helfen. Dass das Gebiet rund um den Bahnhof Esslingen schon lange zu den sensiblen Bereichen in der Stadt zähle, sei nicht neu. Erschreckend sei allerdings das Ausmaß, das die von der Stadtverwaltung im Gemeinderat vorgelegten Zahlen aufzeigten.

Aus einer Stellungnahme des Polizeireviers Esslingen gehe hervor, dass trotz im Jahr 2019 im Umfeld des ZOB insgesamt 388 polizeiliche Sachverhalte aktenkundig wurden, bei denen 170 Strafanzeigen gestellt werden mussten. Hinzu kommen 368 Ordnungswidrigkeiten die der kommunale Ordnungsdienst meldete. Hauser: „Wir wollen aber, dass Senioren am Abend ohne Angst über den Bahnhofsvorplatz gehen können und Eltern sich keine Sorgen um ihre jugendlichen Kinder machen müssen, wenn sie von der S-Bahn zur Bushaltestelle laufen.“ In rund 2000 Kommunen in ganz Deutschland hätten sich deshalb zusätzlich zu den polizeilichen Maßnahmen kommunale Präventionsräte, Sicherheitsbeiräte oder Runde Tische auf lokaler Ebene gebildet, um Konzepte für solche Brennpunkte zu erarbeiten.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Aglaia Handler erinnert daran, dass es auch in Esslingen einmal ein ähnliches Gremium gegeben habe, das sich aber wohl schon lange im Tiefschlaf befinde und nicht mehr aktiv sei. Handler: „Dabei kommt es doch gerade darauf an, proaktiv zu handeln und alle relevanten Akteure aus Kommunalverwaltung, Polizei, Elternhäusern, Schulen, Jugendbüro, Bahnhofsanrainer oder auch der lokalen Wirtschaft in diese Gruppe einzubinden.“ Dies müsse auch ein Anliegen der Stadtverwaltung sein, zu deren gesetzlich festgeschriebener Aufgabe die Wahrung der öffentlichen Sicherheit zähle. Ein tatkräftiges kriminalpräventives Gremium wäre nach Meinung von Aglaia Handler und Tim Hauser eine gute Möglichkeit, die Bürger nicht nur umfassend zu informieren, sondern sie mit ihren Ideen auch aktiv einzubeziehen.

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